Trading Journal führen:

Wie ein Trading-Journal Dein Trading profitabler machen kann

Werte Trader,

das Führen eines Trading-Journals wird von vielen angehenden Tradern oft unterschätzt. Dabei kann es einen entscheidenden Unterschied in der Performance ausmachen und ist ein wertvolles Werkzeug, um langfristig profitabel zu werden. In diesem Artikel erfährst Du, wie ein Trading-Journal Dir dabei helfen kann, Deine Trades besser zu verstehen, aus Fehlern zu lernen und Deine Strategien kontinuierlich zu verbessern. Außerdem zeigen wir Dir, welche Inhalte in Deinem Journal nicht fehlen sollten und wie Du es effektiv und ohne großen Aufwand führen kannst.

i 3 Inhaltsverzeichnis

Warum solltest Du ein Trading-Journal führen?

Hast Du Dich schon einmal gefragt, wie es sein kann, dass bis zu 90 Prozent aller privaten Trader Verluste machen und es lediglich 10 Prozent schaffen, nachhaltig Profite zu erwirtschaften? Ich denke, dass unprofitable Trader vor allem ein Aspekt charakterisiert: Sie wissen nicht ausreichend, was sie tun!

Darin besteht überhaupt keine Schande; Trading ist und bleibt komplex! Der Trader muss eine Reihe an Variablen bei seinen Trades berücksichtigen und bedenken und anschließend auf Basis dieser Variablen auch noch den Trade richtig managen – da kann man schon einmal durcheinanderkommen. Wenn ein Trade dann schiefgeht, besteht oft Unverständnis, wie das zustande kommen konnte.

Was wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, Licht in dieses Wirrwarr zu bringen, die Hintergründe von Gewinner- und Verlierertrades zu verstehen und daraus zu lernen? Glücklicherweise gibt es genau das und es nennt sich – welch Überraschung – Trading-Journal! Leider wird diese Möglichkeit viel zu selten wahrgenommen. Sehr häufig stellt sich heraus, wenn sich ein Kunde an uns wendet und mit seiner Performance noch nicht zufrieden ist, dass er oder sie kein Trading-Journal führt. Wir empfehlen sehr häufig, ein solches anzulegen und konsequent zu führen, was in vielen Fällen Besserung bringt.

 

Was ist ein Trading-Journal und welche Vorteile bietet es?

Ein Trading-Journal ist mehr als nur eine einfache Aufzeichnung Deiner Trades. Es ist in gewisser Weise ein persönlicher Wegweiser, der Dir hilft, Deine Trades auszuwerten und somit Deine Trading-Strategien kontinuierlich zu verbessern. Wenn Du kontinuierlich ein Journal führst, erhältst Du ein detailliertes Protokoll, wo potenzielle Fehlerquellen liegen. Besonders die Möglichkeit, Muster in Deinen Trades besser erkennen und analysieren zu können, macht das Journal Gold wert.

Auch ein psychologischer Nutzen eines Trading-Journals ist nicht zu vernachlässigen. Unsicherheit entsteht dann, wenn Du nicht weißt, was Du tust und Du Dir bei Deinen Trades nicht sicher sein kannst, ob sie statistisch wahrscheinlich sind, Geld zu verdienen. Ein gut angelegtes Trading-Journal kann Dir Einblicke geben, welche Deiner Entscheidung emotionaler Natur sind und somit ein höheres Risiko bergen, nicht informationsbasiert zu sein. Mit der Zeit entwickelst Du eine Disziplin und Verantwortlichkeit, die Dir hilft, Dich an Deinen Trading-Plan zu halten und auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, nicht Emotionen, zu traden.

Zusammengefasst hilft Dir ein Trading-Journal also auf unterschiedliche Art und Weise:

Die Unterstützung Deines Trading Journals

 Aus Fehlern lernen:

Indem Du jeden Trade dokumentierst, kannst Du erkennen, wo Du Fehler machst und daran arbeiten, diese in Zukunft zu vermeiden.

Strategie Verbesserung:

Du siehst schwarz auf weiß, was für Dich funktioniert und was nicht.

 Emotionale Kontrolle:

Deine Gefühle zu verschriftlichen hilft Dir, emotionale Entscheidungen zu erkennen und zu minimieren.

Steigerung der Disziplin & Verantwortlichkeit:

Du kannst Dich besser an Deinen Trading-Plan halten

Was sollte in einem Trading-Journal mindestens enthalten sein?

Ein Trading-Journal sollte grundlegende Daten wie die Uhrzeit und Kontraktgröße mit Deinen Gedanken vor, während und nach dem Trade verbinden. Es geht dabei darum, alle relevanten Prozessschritte abzubilden, die den Trade an sich und Deine menschlichen Reaktionen auf diesen beschreiben. Welche Prozesschritte das genau sind? Eine unliebsame Antwort: Es kommt drauf an. Allerdings gibt es vier Bereiche, die Dein Trading-Journal abdecken sollte:

  1. Grundlegende Daten
    1. Datum und Uhrzeit des Trades
    2. Handelsinstrument: Welches Asset hast Du gehandelt?
    3. Positionsgröße und Richtung: Mit wie vielen Kontrakten bist Du LONG oder SHORT gegangen?
    4. Einstiegs- und Ausstiegskurs oder erzielte Ticks
    5. Stopkurs bzw. wie viel Risiko Du eingegangen bist
  2. Gründe für den Trade
    1. Setup: Welches Setup, welche Strategie hast Du gehandelt?
    2. Analyse: Beschreibe, welche Faktoren für und gegen Deinen Trade sprachen
  3. Emotionale Zustände
    (Möglich wäre auch eine Punkteskala, mit der Du Emotionen nach ihrer Ausprägung misst)
    1. Vor dem Trade: Wie hast Du Dich gefühlt? Selbstbewusst, nervös, euphorisch? Wie sicher warst Du Dir?
    2. Während des Trades: Gab es Momente von Zweifel, Angst oder Gier?
    3. Nach dem Trade: Warst Du zufrieden, frustriert oder erleichtert?
  4. Auswertung und Erkenntnisse
    1. Was lief gut: Hast Du deinen Trading-Plan eingehalten?
    2. Was lief nicht gut?
    3. Lernpunkte: Gehe einen Schritt weiter und versuche zu identifizieren, warum der Trade gut bzw. nicht gut lief. Was kannst Du für zukünftige Trades mitnehmen?

Wie bereits erwähnt, können manche dieser Punkte erweitert, vernachlässigt oder angepasst werden. Ob Du eher ein emotionaler Trader bist oder Dich beim Trade gut kontrollieren kannst, Fakt ist, wir Trader sind Menschen, keine Maschinen. Wir alle haben individuelle Gedankenmuster und Verhaltens- sowie Sichtweisen. Insofern ist es wichtig, die Aspekte zu priorisieren, die für Dich als Trader-Typ von übergeordneter Bedeutung sind. Darüber hinaus beeinflusst auch Dein Handelsansatz, wie Du Dein Journal führen solltest. Ein rein statistischer Ansatz benötigt sicherlich nicht sonderlich viel Beachtung emotionaler Aspekte. Ein Daytrading-Ansatz beispielsweise, der über einen Zeitraum von Minuten bis möglicherweise Stunden Deine volle Aufmerksamkeit benötigt und wo Deine Entscheidungen bedeutend den Erfolg der Trades beeinflussen, wird andererseits umso mehr Deine Psyche testen.

Du solltest aber auch bedenken, dass jedes Journal nur dann wertvoll für Dich sein kann, wenn Du es nutzt und pflegst! Wenn Du zu viele individuelle Aspekte Deines Trades notierst, ist das in der Theorie super, in der Praxis aber oft nicht nachhaltig. Wir haben schon sehr ausgeklügelte und detaillierte Trading-Journale gesehen, die aber so vielschichtig waren, dass jeder Trade eine Viertelstunde Dokumentationsarbeit bedeutete. Das kann, wenn Du beispielsweise hin und wieder in Overtrading gerätst, vorteilhaft sein, allerdings führt es häufig dazu, dass das Journal vernachlässigt oder überhaupt nicht mehr geführt wird.

Hast Du schon einmal von dem Konzept „Denke groß, starte klein“ gehört? Zahlreiche Bücher wie „Atomic Habits“ von James Clear oder „Tiny Habits“ von B. J. Fogg beschreiben, wie kleine Gewohnheiten einen großen Unterschied machen können, indem wir konstant bleiben. Auch die Wissenschaft unterstreicht diese Wirksamkeit dieser Vorgehensweise (siehe beispielsweise „Think Big, Start Small“ von Kampker et al., 2017). Wir raten Dir deshalb unbedingt, überlade Dich nicht von Anfang mit einer Vielzahl von Aspekten, welche Du dokumentieren möchtest, sondern starte mit „den Basics“, entwickle eine Routine und mit der Zeit kannst Du Deine Trades umfangreicher untersuchen.

Trading Journal

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Wie führst Du ein Trading-Journal am besten?

Habe ich schon erwähnt, dass nur ein gepflegtes Trading-Journal ein gutes ist? Um die Wahrscheinlichkeit weiter zu erhöhen, dass Du es pflegst, solltest Du auch darüber nachdenken, nach welcher Methode Du dokumentierst. Es gibt verschiedene und Du solltest wählen, was am Besten zu Dir passt:

Klassisches/digitales Notizbuch:

Du schreibst gerne von Hand? Dann könnte ein schönes Notizbuch motivierend sein. Bedenke jedoch, dass diese Methode mit Abstand am zeitaufwändigsten und ineffizientesten ist.

Tabellenkalkulation: Tools wie Excel oder Google Sheets werden häufig genutzt, da sie kostengünstig, flexibel und hervorragend individualisierbar sind. Darüber hinaus bieten sie, anders als Notizbücher, die Möglichkeit, Berechnungen durchzuführen. Auf diese Weise kannst Du Trades automatisch auswerten lassen, wodurch die Vorteile eines Trading-Journals erst vollständig genutzt werden können. Ein Beispiel, wie so etwas aussehen könnte, wäre Folgendes:

 

 

Spezialisierte Trading Journal Software:

 

Es gibt Programme, die speziell dafür entwickelt wurden, möglichst effiziente Trading-Journal-Endlösungen anzubieten. Wenn Du Dich für diese Methode entscheidest, wählst Du in den meisten Fällen zwar die kostenintensivste, aber gleichzeitig zeiteffizienteste Option. Ein Vorteil mit dieser Methode ist, dass Daten von vielen Programmen (semi-)automatisch importiert werden und komplexe Berechnungen ansprechend und zielführend visualisiert werden. Gleichzeitig bist Du aber natürlich beschränkt auf die Funktionen, welche das Programm zur Verfügung stellt. Die Möglichkeit, Trades nicht nur statistisch, sondern auch psychologisch auszuwerten, berücksichtigen viele Anbieter beispielsweise leider nicht. Wir arbeiten hier aktuell an einer eigenen Lösung, welche den wichtigen psychologischen Aspekt bei der Auswertung mitberücksichtigt, und freuen uns, in absehbarer Zukunft mehr darüber erzählen zu können!

Fazit

Bringen wir es auf den Punkt: Ein Trading-Journal ist ein hervorragendes Tool, um Dein Trading nachvollziehbarer, nachhaltiger und professioneller zu machen. Wir haben aus eigenen Erfahrungen gelernt, wie wichtig dieses Tool ist, um als lernender Trader profitabel zu werden; oft kann ein wenig Überblick helfen, um effizienter an bestehenden Baustellen zu arbeiten. Wie genau ein solches Journal aussehen sollte, hängt von Dir und Deinem Handelsstil ab. Wir hoffen, Dir einen guten, ersten Überblick geboten zu haben, weshalb ein Trading-Journal so wichtig ist und auf welche Weise Du es führen kannst.

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